Gelebte Demokratie 
oder:  Wie Fusionsablehnungen wieder zurechtgerückt werden

Im Jahr 2016 erfolgte die Fusion zwischen der Raiffeisenbank Berg-Bad Steben eG und der VR-Bank Fichtelgebirge eG. Aus dem Protokoll der außerordentlichen Vertreterversammlung vom 27.Juli 2016 geht hervor, dass an dieser Versammlung auch eine Vertreterin des Genossenschaftsverbands Bayern e.V. anwesend war.
Dem Protokoll ist zu entnehmen, dass die Abstimmung über eine Fusion mit der VR-Bank Fichtelgebirge scheiterte, da eine 75%-ige Mehrheit nicht erreicht wurde. Eigentlich wäre in einer normalen Demokratie nun der Willen der Mehrheit respektiert und das Ergebnis angenommen worden. Nicht jedoch hier. 
Dem Protokoll ist weiter zu entnehmen, dass – offenbar von mit dem Ergebnis unzufriedenen anwesenden Personen – eine nochmalige Abstimmung über die Verschmelzung gewünscht wurde. Auch die Vertreterin des Verbandes sprach sich in Ihrem Wortbeitrag für eine zweite Abstimmung aus, was äußerst seltsam erscheint. Genossenschaftsgesetz und Satzung ist schließlich nichts dazu zu entnehmen, dass nach einer für die Befürworter der Fusion negativen Entscheidung so lange weiter abgestimmt werden muss bis eine positive Entscheidung erfolgt. Gelebten demokratischen Grundsätzen entspricht solches jedenfalls nicht. Das müsste eine Vertretern des Genossenschaftsverbands Bayern eigentlich wissen, vor allem wenn sie juristisch ausgebildet ist.
Nachdem noch der vorherige Beschluss über geheime Abstimmung gekippt wurde, ergab das Ergebnis der offenen Abstimmung dann eine Mehrheit von 91% für die gewünschte Fusion. 

Sportlich betrachtet, stand es eigentlich damit erst unentschieden 1:1
In sportlicher Fairnis hätte schließlich noch eine dritte entscheidende Abstimmung erfolgen können um einen Sieger zu ermitteln. Natürlich erst nachdem vorher in geheimer Wahl darüber abgestimmt wurde ob die dritte Abstimmung per Handzeichen oder geheim mit Stimmzettel erfolgen soll.

Aber man hatte ja, was man wollte, die Fusion war im zweiten Anlauf durchgewinkt worden, wozu brauchte man dann noch eine dritte Abstimmung. Denn der gelebten Demokratie im Genossenschaftswesen war ja mit der Zustimmung zur Fusion und im Sinne des Genossenschaftsverbands Bayern Genüge getan.