Verschenken von Genossenschaftsvermögen bei Fusion


Es regt sich Widerstand

Am 14.02. 2022 berichteten die GenoNachrichten unter dem Titel "Genossenschaften: Verschmelzung ohne Wertgutachten - Landgericht überprüft", dass im Bundesanzeiger auf ein gerichtliches Verfahren zur Verschmelzung von Volks- und Raiffeisenbanken hingewiesen wird. 

Nachdem bereits bank-intern darüber berichtete, widmete sich finanz-szene.de in einem ausführlichen Beitrag unter dem Titel "Das Volksbank-Beben: Gericht stellt Procedere bei Geno-Fusionen infrage" dieser Problematik.

wegfrei.de und igenos e.V. kritisieren schon seit Jahren die gängige Fusionspraxis, die insbesondere von BVR und den Genossenschaftsverbänden vorgegeben wird. Verschmelzungsverträge, Verschmelzungsberichte und auch Verschmelzungsgutachten liegen dort im Serienbriefformat vor, was bedeutet, dass eigentlich nur die Namen der an der Fusion beteiligten Genossenschaftsbanken ausgetauscht werden und vielleicht kleine sprachliche Anpassungen erfolgen. Was bei keiner Fusion zwischen Genossenschaftsbanken erfolgt, ist die Erstellung eines  Unternehmenswertes. Dazu herrscht innerhalb der Genossenschaftsorganisation eine Phalanx des Schweigens. Ebenso wie (oft aus Angst) darüber geschwiegen wird, mit welchen Mitteln und Machenschaften kleine und mittlere Volks- und Raiffeisenbanken zur Fusion gedrängt, wenn nicht sogar gezwungen werden. Obwohl das Vermögen der zur Fusion vorgesehenen Volks- oder Raiffeisenbank oft bereits das Vielfache der gezeichneten  Geschäftsguthaben der Mitglieder ausmacht, wird den Mitgliedern als Eigentümer dieser Genossenschaft von BVR, Genossenschaftsverbänden und willigen Vorständen und Aufsichtsräten dieser Bank, jeglicher Anteil an ihrem eigenen Vermögen vorenthalten. Stattdessen wird den Mitgliedern lediglich der Umtausch ihres eigenen, selbst eingezahlten Geschäftsguthabens im Verhältnis 1:1 in Geschäftsguthaben der aufnehmenden Genossenschaftsbank zugestanden. Pro Jahr werden so Beträge von mehr als 1 Milliarde Genossenschaftsvermögen in genossenschaftlicher Erbschleicherei an andere Genossenschaftsbanken verschoben. Mit Zustimmung von Vorstand und Aufsichtsrat der jeweiligen Volks- oder Raiffeisenbank, obwohl diese beiden Organe eigentlich die Interessen ihrer eigenen Mitglieder vertreten müssen. 

Mehr dazu unter https://www.fusion-raiffeisenbank.de  mit den Fusionen des Jahres 2022, wieviel Vermögen dabei verschenkt wird und was ein einzelner Geschäftsanteil eigentlich wert ist.